Aber nicht Dr. Dre sondern einen richtigen Arzt. Es gibt eine spezielle Universitätsklinik, wo ich eigentlich hinwollte, da es da einen englischsprechenden Arzt gibt, der nach östlicher Art diagnostiziert und behandelt. Leider hab ich aber nach langem Hin und Her herausgefunden, dass ich den nicht besuchen kann, da ich kein offizielles Universitätsmitglied bin, weil mein Praktikum in einem privaten Unternehmen ist. Also bin ich hier um die Ecke zu einem Öffentlichen bei dem ich dann herausgefunden hab, dass dieser nach westlicher Lehrmethode verfährt. Ich hatte nämlich von Einigen gehört, dass die östlichen Ärzte einem den Puls an drei verschiedenen Stellen messen (mit einer Hand zeitgleich!) und die unterschiedlichen Stellen unterschiedliche Pulse der diversen Organe wiederspiegeln. Außerdem erkennen sie anhand von paradoxen Fragen und dem Belag auf deiner Zunge, was Dir fehlt und behandeln Dich danach mit speziellen Tees. Henrik (ebenfalls deutsch) hat mir versucht genauer zu erklären, richtig verstanden haben wir’s aber beide nicht. Er meinte aber er sei einmal wegen einer Magenverstimmung dagewesen und sagte dem Arzt er hätte alles ausprobiert von Tabletten bis Fettfreien Essen und viele Bananen und alles, aber nichts wirkte. Da meinte der Arzt nach seiner Analyse, er sei der heiße Typ (in der chin. Medizin dreht wohl alles um heiß und kalt und dessen Ausgleich) und er solle die nächsten Tage mal ein richtig fettig frittiertes Hähnchen essen. Nach zwei Tagen, zwei Hähnchen und einigen abscheulichen Tees, war alles in Butter. Das wollte ich mit meiner Erkältung mal testen, wurde mir aber nicht gegönnt. Vielleicht auch gut, weil mir einige Chinesen auch sagten, dass der westliche Organismus idR eine Weile braucht, bis er sich darauf einstellt. Ja die Ärzte sind präzise, effizient und kompetent. So kam‘s mir zumindest vor. Die Praxis ist super klein. Eingang, Tresen, Warteraum mit fünf Stühlen (10qm). Dahinter gleich das Behandlungszimmer (10qm) und in einem extra Raum für die Apotheke (5qm). Insgesamt drei Leute Personal, in jedem Raum einer. War das übliche Prozedere mit Mandeln testen, Abhorchen und so weiter. Insgesamt hab ich fünf Medikamente bekommen, Antihistamine und Antibiotika erkenn ich, weil von einer deutscher Pharmagruppe produziert wurden (wobei mich jetzt im Nachhinein interessiert, ob er mir die gegeben hat, weil ich deutscher bin und er davon ausgeht, dass mein Körper sie kennt und verträgt oder ob er sie prinzipiell verschreibt?!). Der Rest ist undefinierbar. Könnten Vitaminpillen sein oder richtig hartes Zeug aus Kolumbien, wer weiß?! Die Optik lässt auf jeden Fall beides zu.

Insgesamt habe ich ohne Krankenversicherung 26 EUR bezahlt. 16 EUR kostete die Diagnose und 10 EUR die Medizin. Variiert selbstverständlich nach Erkrankung. Find ich recht günstig, sollten wir in Deutschland einführen, um die Krankenkassenkosten zu senken. Aber dann laufen wieder die Ärztelobby und allen voran die FDP Amok ;-)
Eigentlich wollte ich hier nicht zum Arzt. Ich dachte es wären annähernd deutsche Preise und ich hatte keine Lust auf den Papierkrieg, wenn ich wieder zurück bin mit der Auslandskrankenversicherung, wegen so einer Lappalie. Aber ich hab die Erkältung schon seit drei Wochen und sie geht nicht weg. Es gibt immer mal drei Tage, da ist es richtig mies, da entscheide ich mich zum Arzt zu gehen und dann geht’s wieder zwei Tage richtig bombig, wo ich denke, jetzt hast Du’s geschafft und dann kommt wieder der Hammer. Und das, wie gesagt seit drei Wochen. Der Arzt hat mir auch erklärt wieso: Er meinte alle ‚Neuen‘ werden hier innerhalb der ersten 14 Tage krank. Manche haben Magen/Darm (was er sehr erstaunlich fand, dass ich es nicht hab, bei der geschwächten Immunabwehr) und manche Erkältung. Die Umgebung sei ungewohnt, die Leute schlafen schlecht, wegen der Hitze und des Lärms, die Immunsabwehr sei geschwächt wegen der Klimaanlagen, der Luftverschmutzung und des anderen Essens. Allerdings wird man auch nicht richtig dolle krank, weil die Hitze ein künstliches Fieber hervorruft und somit viele Vieren und Erreger im Körper abtötet, ohne, dass der Körper selbst Fieber produziert. Allerdings wird man aufgrund der ständigen Belastung eben auch nicht richtig gesund. Allerdings war er sehr erstaunt, dass ich’s drei Wochen ausgehalten habe und ich ehrlich gesagt auch im Nachhinein.
Ein weiterer Grund, warum ich jetzt zum Arzt bin, ist, dass ich für’s Wochenende fit sein muss. Ich geh nämlich auf… sagen wir mal ‚Dienstreise‘. Am Montag den 05.09. findet in Jinan - etwas südlich von Peking - ein internationales Drachenbootrennen statt. Arup wurde ebenfalls eingeladen und weil sie viele große kräftige Leute brauchen, bin ich auch am Start. Das Ding ist, dass das so ein Propaganda Programm der chinesischen Regierung ist. Geladen sind nämlich nur Unternehmen, die einen hohen Anteil an westlichen Mitarbeitern haben und diese sind auch nur geladen! Mein Kollege meinte er geht davon aus, dass die Werbung bzw. Publicity machen wollen, wieviele westliche Leute doch in das ‚gelobte Land‘ China kommen und dort arbeiten. Unterstütz ich zwar prinzipiell nicht, aber Arup bezahlt Flug, Visa, Hotel, Verpflegung, also kurz: alles drum und dran. Und da konnte ich nicht nein sagen. Ja folglich haben wir morgen und Donnerstag Training. Dann geht’s Samstag nach Jinan, wo wir Samstag und Sonntag nochmal trainieren, um uns den speziellen örtlichen Gegebenheiten anzupassen, die das Feintuning ausmachen, wie Wassertemperatur und Windschnittigkeit ;-) Am Montag sind die Rennen mit großer Aftershowparty und allem. Dienstag wollen wir eine Wanderung machen auf den Berg Tai. Soll wohl sehr wichtig sein für die chinesische Kulktur und ist gleich um die Ecke. Bis es dann Mittwoch wieder zurück geht.
Folglich versuche ich bis Freitag noch so viele Blogs zu Themen zu veröffentlichen, die ich noch anschneiden will, weil ich ab dann keine Zeit mehr haben werde. Nach der Dienstreise kommen auch gleich Nici und Axel für knapp eine Woche, da werde ich auch zu nichts dergleichen kommen. Also lest nicht alles gleich sofort, sonst ist die Durststrecke dann so lang ;-)