Dienstag, 13. September 2011

Gwailo Superstar


China war ja der absolute Hammer. Jetzt versteh ich, warum die Chinesen in HK lieber HongKongers genannt werden. HK hat mit China überhaupt nichts zu tun, das sind zwei komplett andere Welten. Keine Sau versteht englisch, nicht mal Ansatzweise! Aber wir hatten zum Glück immer ein zwei Mandarinsprachige dabei. Wir waren in Shandong Dongping, das ist nochmal eine kleinere Vortstadt von Jinan (die ja eigentlich die „kleinere“ Vorstadt von Peking ist). Dort haben die Leute noch nie (also wirklich noch NIE!!!) Westerners gesehen – in mandarin heißt das dann „Gwailo“. Deshalb sind wir wirklich wie Superstars durch die Straßen gegangen. Jeder hat sich nach uns umgedreht, viele haben uns einfach gegrüßt und haben die Hände geschüttelt und sau viele wollten Fotos haben. Das war manchmal sogar so schlimm, dass wenn Leute merkten, dass man Fotos schießen lässt, kamen immer mehr und mehr, sodass man nach 15min einfach gehen musste, sonst wär man nicht mehr weiter gekommen. Und ich war der Superstar von allen, weil ich der einzige mit blonden Haaren und hellen Augen war! Das ging dann sogar soweit, dass man Babys halten musste für Fotos… echt abgefahren. Eine ältere Frau nannte mich sogar Geist, was mir einer unserer Chinesen im Nachhinein erzählte. Sie hat mich auch total geschockt angeschaut, weil sie aufgrund meiner hellen Haare, Augen und Haut wirklich dachte, dass ich ein Geist wäre!
Die gute Seite: Man brauchte die Mädels (die zum Teil verdammt hübsch waren!) nur anlächeln und mal zuzwinkern und schon waren die total aus dem Häuschen! So einfach müsste es in Deutschland auch mal sein ;-) …Aber ohne das „Erobern“ ist es nicht dasselbe, zumindest für mich.

(...Love is in the Air...)

Die Unterkünfte waren der Hammer 5 Sterne deluxe für die Sportler aus UK ;-) Zumindest sind wir offiziell unter dem Unionjack angereist, weil Arups Hauptsitz in UK ist. Supersize betten, alles Marmor, traditionelle Edelhölzer als Möbel (die Umwelt tat mir dabei schon etwas leid!).Nach dem Training und dem Rennen selbstverständlich eine Masseuse. Das chinesische Massieren ist aber nicht so endspannend. Ehrlich gesagt ist es mit sehr viel Schmerzen verbunden zumindest in dem Augenblick und den restlichen Abend. Aber am nächsten Morgen geht’s einem erstaunlich gut, kein Muskelkater, keine Verspannungen mehr und das war ja der eigentliche Hintergrund.

Das Rennen:
Wie ich anfangs vermutete waren wir (ums noch nett auszudrücken) sau miserabel. Aber die Konkurrenz war auch echt spitze. Da waren Teams aus Malaysia und Taiwan, die haben ihre eigene Carbonpaddel mitgebracht! Die Teams aus China waren aus Fischern besetzt, die den ganzen Tag auf dem Meer paddeln und auch so aussehen. Da kann der Bürostuhldreher, der selbst den Kaffee an den Tisch bekommt, natürlich nicht mithalten. Also an für sich keine Schande, den Topkandidaten nicht das Wasser reichen zu können und daher nur den 11. von 12 Plätzen zu belegen.




Ich sah das eh mehr als Urlaub, von daher hat’s mich nicht groß gekratzt. Die Zusammenfassungen des chinesischen Fernsehens findet ihr hier (ich bin auch ab und an zu sehen und mein Kollege Al gibt kräftig Interviews):

Tai Mountain:
Die Wanderung war noch ein internationales Rennen auf den Gipfel (3000m und 7000 Treppenstufen) mit rund 10.000 Teilnehmern. Mein Kollege hat das auch Ernst genommen und hat erstaunlicherweise nach 1h und 58min den 4. Platz belegt und eine Prämiere von knapp 300 EUR gewonnen. Ich und eine Freundin gingen das eher relaxter an. Auf dem Weg waren immer kleine Souvenirshops an denen wir immer halt machten und shoppten, Eis und Melone aßen. Ab der Hälfte hatten wir keine Lust mehr und haben die Seilbahn genommen und waren dann nach 4h oben ;-) Der Ausblick war der Hammer, die Fotos bekomm ich aber noch, weil meine Kam dann leider keinen Saft mehr hatte. Aber Yanis hat kräftig für mich geschossen.

China Mainland:
Kommt einem vor wie eine riesige Baustelle. Überall Dreck, Kräne, halbfertige Häuser. Die Fahren wie die besengten Säue, daher hatte unser Reisebus, der uns in Dongping durch die Gegend kutschierte auch immer eine Polizeieskorte (aber selbst die fuhr wie der Henker!). Polizei gibt’s da ja auch wie Sand am Meer. Der Hotelchef wurde auch jeden Morgen in einem Streifenwagen zur Arbeit gefahren… das hatte schon fast mafiöse Verhältnisse angenommen. Richtige Triaden hab ich aber leider nicht zu Gesicht bekommen (also nicht bewusst), aber die Wäscherein gibt’s da wirklich etwas zu oft meiner Ansicht nach. Die Städte sind auch sonst extrem vermüllt, die Leute lassen einfach alles fallen, wo sie gerade stehen. Es gibt Keinen, der das wegräumt – also das genaue Gegenteil zum extrem sauberen HK. Selbst das Essen ist auch nochmal eine Stufe härter. Sieht optisch so aus, wie das in HK, die hauen aber an alles Essig ran oder extrem viel Sojasoße. Reis gibt es im Restaurant kaum (gehört ja nicht zum guten Ton, sondern ist am Ende der Mahlzeit nur noch der Sattmacher).  Daher war das manchmal echt schwer. Zumal es Frühstück, Mittag und Abendessen immer dieselben Buffets gab… das war nach fünf Tagen echt die Hölle und ich hatte mich skurilerweise total auf das Essen in HK gefreut ;-) Allerdings bekam ich endlich auch mein scharfes Essen und holla die Waldfee, das war echt verdammt scharf, aber zum Teil auch verdammt geil!





Freitag, 2. September 2011

Bitte bleiben Sie dran. Die Berichterstattung wird in wenigen Tagen fortgesetzt... Please hold the line...

Das war jetzt ganz schoen viel auf einen Schlag, geb ich zu, aber ich werd' demnaechst zu nicht mehr allzu viel kommen, daher teilt es Euch ein ;-) Morgen frueh (schon wieder um sieben aufstehen!) gehts nach Jinan. Ich bin sehr froh, dass sich die Sekretaerin um alles gekuemmert hat bezueglich Visum, Fluege, Sportdress usw. Die Unterkunft stellt der Veranstalter. Mal sehen, wieviel Geld sie bereit waren auszugeben fuer uns. Mein Trainer meinte sogar, dass das Tourismusspektakel ins Staatsfernsehen uebertragen werden soll, deswegen sollen wir uns besonders viel Muehe geben. Wir versuchen auch jemanden zu organisieren, der das ggf aufzeichnet. Einen ausfuehrlichen Sonderbericht gibts dann fruhestens zum Wochenende, des 10. Sep, denke ich. Dann gibts auch die ersten exklusiven Interviews meiner Stargaeste Nici und Axel. Also bleibt gespannt und drueckt gefaelligst die Daumen fuer das Rennen!

Last but not least: Alkohol!


Wein ist sehr teuer und ist idR aus den Western Countries importiert, daher nichts gross drueber zu sagen. Das Bier ist okay. Versuche jedesmal was Anderes zu probieren, schmecken aber alle aehnlich. Kommen auch alle aus den selben Brauerein. Eine der Brauerein, hab ich mir sagen lassen, sei auch ein Tochterunternehmen von Becks. Insgesamt ist das Bier aber recht duenne und Koelschartig. Die Cocktails sind hier aber teilweise der Kracher! So exotische ungewoehnliche Kombinationen, echt der Wahnsinn, hab ich in Deutschland noch nicht gesehen. Beispielsweise hatte ich letztens einen mit Earlgrey Tea und Gin oderso (ich denke mir immer: den musst Du Dir merken, der ist der Wahnsinn und dann bin ich betrunken und vergess alles). Also hier ein Coktailkurs belegen, wurde echt Sinn machen, dann haette man in Deutschland mal was wirklich Neues und nicht immer nur die aufgewaermten Sachen, die man notgedrungen immer waehlt. Villeicht finde ich ja ein Buch, was sich zu kaufen lohnt?! Die Standart Drinks haben sie natuerlich auch, aber dazu braucht man nichts weiter gross sagen. Die Alkoholpreise sind recht gesalzen. Also ein Cocktail unter 10 EUR ist nahezu unmoeglich. Manchmal ist man dann auch echt erstaunt, wenn man als Gegenwert nur gefuehlte 10 cl bekommt. Aber durch die Hitze und die lange Arbeit, braucht auch recht wenig, um mit meinem Laecheln auf den Lippen nach Hause zu torkeln ;-)


German Food vs. Chinese Style

Gestern wurde ich gefragt, was ich denn mal gerne wieder essen wuerde. Ich nahm an, dass es eine Fangfrage sei also antwortete ich auf deutsch: Wiener Schnitzel mit Kartoffeln und Spargel. Nachdem dann gegoogelt wurde, was ich meinte, sind wir mal in ein anderes Restaurant gegangen, was auch deutsches Essen hatte. Mein Wunsch konnten sie natuerlich nicht erfuellen, aber in der Karte stand unter anderem in englisch ‘deutsche Wurst mit Kartoffelsalat’. Zu meiner Ueberraschung haben wir es auch alle geordert, weil die anderen neugierig waren, was man so in Deutschland isst und ich weil ich wissen wollte, was die chinesische Variante der Wurst mit Kartoffelsalat ist. Und wie soll’s auch anders sein, natuerlich hatte das bis auf die Wurst, kaum etwas mit deutschem Essen zu tun. Der kartoffelsalat war gemacht wie Gefluegelsalat nur anstelle des Gefluegels halt Kartoffeln. Sprich mit Mayo, Ananas, Mandarinen, Mais und Orangen. Dazu gab es Ausserdem auch diverses Obst. An der Stelle sei gesagt, dass der chinesische Senf auch nicht das wahre ist. Sehr scharf, schmeckt aber kaum nach Senf. Wenn’s nicht gelb waere, wuerde man spontan nicht drauf kommen. Ausserdem musste ich ihn extra ordern, da die Chinesen Wurst normalerweise mit irgendeinem weissen Dressing essen. Die Wurst war eine normale Bockwurst angebraten, die Andere schmeckte wie eine Nuernberger. Allerdings steckte in der einen Seite ein Huehnerknochen drin. Wo Deutsche und Chinesen zeitgleich ratlos waren. Aber an fuer sich hat es wieder sehr gut geschmeckt.



An meinem letzten Arbeitstag wollen wir in ein recht bekanntes und angesehenes deutsches Restaurant gehen. Ich hab die chinesen mittlerweile heiss auf ein paar Sachen gemacht, die sie unbedingt ausprobieren wollen. Da bin ich ja mal gespannt drauf.

Suesses oder Saures


Die Suessigkeiten in HK sind aber alle recht speziell und groesstenteils abartig. Also nahezu jedesmal, wenn ich was probiere, brauche ich danach fast ein Liter Wasser, damit ich nicht an einem Zuckerschock sterbe. Alles recht eklig und meistens weiss man nicht, was es sein soll. Dann ist es irgendeine Art von Bonbon. Ausserdem gibt es getrocknete Fruechte von nahezu allem, was man kennt. Das Wasser wird natuerlich durch Zugabe von Zucker entzogen und demzufolge, schmeckt es alles kaum noch nach Obst, sondern mehr nach Zucker mit etwas leichtem Geschmack. Also nicht vergleichbar mit dem getrockneten Obst, was es bei uns zu kaufen gibt.

(Das sind die einzelnen getrockneten Fruechte, die man dann nach Gramm abgewogen kaufen kann.)

Vorallem die getrocknetten Fischsachen, die man sich so als Snack nebenbei reinpfeift (die nebenbei echt unangenehm riechen – wenn jemand im Buero sone Tuete oeffnet, guck ich immer, ob der Muelleimer umgefallen ist, weils so abartig riecht). Ausserdem gibt es gezuckerte Kartoffelchips. Die Hundertjaehrigen Eier gibt es als Wachteleier in kleiner Snackversion. Da sind dann 20 Stueck eingeschweisst. Aber es gibt natuerlich auch das komplette westliche Sortiment, was die Chinesen selbst aber nicht kaufen und auch kaum kennen. Prinzipiell isst man hier kaum bis keine Schokolade.

Das Essen und die Esskultur


Wer mich gut genug kennt, wundert sich wahrschein, warum dazu nicht als Erstes etwas verfasst wurde. Aber ich musste erstmal diesbezueglich ausreichend Erfahrungen sammeln, um ein allgemeingueltiges Statement abzuliefern. Also das Essen in HK ist prinzipiell sehr gut! Jede Malzeit besteht natuerlich aus Reis oder Nudeln als Grundbaustein und aus irgendeiner Sorte Tier und etwas (aber zum Teil auch sehr wenig) Gemuese bzw Obst. Soweit erstmal nicht ungewoehnlich. Beim Fleisch hat man aber immer das Gefuehl es ist Resteessen Tag. Absolut jede Fleischbeilage enthaelt Knochen, weil die Chinesen einfach zu faul sind oder es nie gelernt haben, wie man Fleisch richtig filetiert. Daher hacken sie nach dem Grillen/ Frittieren/ Kochen einfach alles mit ihrem riesen Beil klein und fertig. Sodass man grundsaetzlich immer im Mund mit der Zunge anfaengt rumzupopeln, um das Fleisch vom Knochen zu trennen. Alles was anschliessend nicht in den Magen soll, wird einfach auf den Tisch gespuckt - nicht in eine Schale oder auf den Tellerrand. Wenn ich bedenke, wie sauer Mutti ist, wenn ich ein Spritzer von meinem Essen auf ihrer Tischedecke landet, halte ich es fuer lebensgefaehrlich diese Esskultur in Deutschland fortzufuehren ;-) Wiederum muss aber alles kleingehackt werden, da man es ja sonst nicht, mit den Staebchen essen kann. Man findet hier in den Restaurants zu 90% nur Staebchen. Die Touristandorte haben idR auch Messer und Gabel, ist aber eher selten. Mittlerweile esse ich sogar lieber mit Staebchen, weil man dann erstens die andere Hand frei hat. Zweitens hab ich festgestellt, laesst sich damit unglaublich schnell essen (eigentlich schon eher schlingen), wenn man etwas geuebt ist. Mittlerweile bin ich sogar schneller als viele Asiaten. Aber ich quatsche natuerlich auch nicht soviel rum beim Essen, wie die anderen. Was zum naechsten Punkt bringt. Die Asiaten essen alle mit offenen Mund. Absolut abartig! Dabei ist mir auch aufgefallen, dass sie auch nicht alle den besten Zahnarzt haben. Wenn man sich dann unterhaelt kann wirklich genau sehen, wie der Reis gerade eine symbiose mit dem Huhn im Mund eingeht. Was ich auch nervig finde, wenn man was nicht versteht und daher nachfragt, wird erstmal noch ein dicker Batzen in den Mund genommen und dann weitergeredet!
Die normalen Restaurants fuer den Durchschnittbuerger sind in etwa 20-30qm gross. Da ist die Kueche schon mit drin! Alles hinter einer fettigen Glasscheibe, sodass man sieht, was der Koch zaubert, aber die Klimaanklage im Essbereich sich nicht zu Tode ackert. Was mich etwas stoert, ist der Platzmangel beim Essen. Man quetsch sich foermlich an den Tisch und muss beim Knochen-auf-den-Tisch-Spucken genau zielen, um nicht den Teller des Nachbarn zu treffen. Daher auch lieber mit Staebchen essen, weils weniger platz einnimmt. Ein Essen kostet im Schnitt 3-5 EUR, da ist ein Getraenk auch immer schon drin. Bevor das Essen kommt, werden Teller und Staebchen ausgeteilt, sowie eine grosse Schuessel und eine Kanne heissen Tee oder Wasser. Traditionell reinigt man vorher damit sein Geschirr. Natuerlich ist das Geschirr prinzipiell sauber, aber in viele Laeden wuerde sich kein deutscher Gesundheitsbeamter ueberhaupt reintrauen (ich geb zu, ich war am Anfang auch sehr geschockt, aber man hat keine guenstige Alternative und man gewoehnt sich dran). Daher das traditionelle Reinigen mit kochendem Wasser/ Tee um Bakterien abzutoeten. Die Tradition ist so weitreichend und tief verankert, dass man das sogar in noblen Restaurants vorfindet, bei denen man sich ueber die Hygiene keine Sorgen machen braucht.




‘Oh das ist sehr gesund!’ das hoer ich hier staendig und die ersten Male dachte ich, die ticken nicht rund die Chinesen. Gemuese ist hier beim Essen idR Mangelware und wenn dann auch so gekocht und labrig, dass keinerlei Vitamine ueberlebt haben. Reis und Nudeln haben kaum ueberhaubt was nahrhaftes an sich und das Fleisch ist grundsaetzlich gegrillt oder frittiert! Also was bitte soll mit gesund gemeint sein? Mittlerweile aber habe ich herausgefunden, was der Hintergrund ist. Die Chinesen haben es mit Hygiene nicht so. Also muss alles so lange gekocht oder frittiert werden, bis keine Keime ueberlebt haben. In dem Augenblick ist es natuerlich im Gegensatz zu anderem Essen sehr gesund, weils einen nicht mehr krank macht. Etwas umgekehrte Logik, die aber durchaus Sinn macht, aber auf der Suche nach gesundem Essen, nach europaeischer Definition, nicht unbedingt befriedigt.
Ich habe auch schon viele asiatische Spezialitaeten ausprobiert. Diese werden als Dim Sum bezeichnet. Das ist kein einzelnes Gericht, sondern eine Auswahl weltweit ausgezeichneter chinesische Spezialitaeten. Die einzelnen Namen kann ich mir jedoch nicht merken. Alles in allem bin ich aber begeistert. Darunter sind echt tolle Sachen, wo ich jetzt schon weiss, dass ich sie sehr vermissen werde. Wer sich dafuehr interessiert hier ein link: http://unearthingasia.com/exotic-south-east/a-rough-guide-to-dim-sum/

Was ich nicht so toll finde, sind die Huenerfuesse und Schweinehufen. Schmecken tun diese hervorragend, aber da ist verhaeltnismaessig verdammt wenig dran und man muss mehr lutschen und das stresst mich. Ausserdem bestehen Huehnerfuesse aus einzelnen kleinen Gliedern, wenn man also die Haut abgelutscht hat, zerfallen diese und man hat soviel Kleinzeug an Knochen im Mund - unschoenes Gefuehl. Das hundertjaehrige Ei (Huehnerei, wird in irgendetwas eingelegt und wird daraufhin schwarz von innen und ist aber noch semiplastisch – ist aber keine hundert Jahre alt, sieht nur so aus) hab ich auch schon mehrmals gehabt. Das gilt ja immer als vorzeige Ekligkeit des asiatischen Raums, ist aber ehrlich gesagt auch verdammt gut. Dazu gibt es aber noch ein Pendent. Ebenfalls ein Huenerei, was aber gekocht und anschliessend in Essig eingelegt wird. Der Essig ist so aggressiv, dass er die Schale vom Ei aufloesst und das Ei leicht braeunlich faerbt. Das schmeckt auf jeden Fall richtig abartig sauer!
Scharfes Essen, worauf ich mich am Meisten gefreut hab, ist hier aber unueblich. Die scharfe chinesische Kueche ist mehr im noerdlichen Teil Chinas vertreten. Aber da bin ich ja gluecklicher Weise ab morgen. Wenn man hier scharf essen will, geht man idR zum Inder oder Thailaender.
Selber kochen ist hier uebrigens nicht drin. Das Wohnheim gaebe es zwar her. Aber erstens muesste ich mir hier erstmal ein wenig Geschirr und Toepfe zulegen, das ist fuer die Allgemeinheit nicht vorhanden. Zweitens habe ich aber keine Zeit um wirklich selbst zu kochen und will ja auch die chinesische Kueche ausreizen. Drittens kosten Lebensmittel im Supermarkt bedeutend mehr als Essengehen im Restaurant. Ein Liter Kuhmilch kostet ueber 2 EUR. Ein Joghurt mit 150ml kostet 1,50 EUR! Also alle Milchprodukte und vorallem die aus Kuhmilch kosten ein Vermoegen. Das liegt zum Einen daran, dass ein Grossteil der Chinesen eine Laktoseintolleranz hat. Zum anderen aber, dass Milch aufgrund des Platzmangels importiert werden muss. Nahezu alle Produkte ausser Seafood werden importiert und machen es daher im Einzelkauf sehr teuer. Daher lohnt es sich in Restaurants zu gehen, die werden warscheinlich Mengenrabatt bekommen und koennen daher die Malzeiten guenstig anbieten. Der Ottonormalchinese geht daher auch jeden Tag ins Restaurant. Obst jedoch recht guenstig.
Mein typischer Speiseplan
Morgens: Obst! Je nach Angebot Bananen, Kiwi, Aepfel, Drachenfrucht, Melone, Grapefruit, Birne und was interessant ist, die haben viele Mischfruechte. Aepfel, die wie Pfirische aussehen und auch so eine leichte Konsistenz haben. Aepfel, die halb Birne sind. Drachenfruechte in allen Farben und Variationen und so weiter und so fort. Lange Weile kommt da nicht auf. Zum Fruehstueck auch nochmal Reis zu mampfen hab ich ausserdem kein Bock drauf!
Mittag und Abendessen: das uebliche bereits Erklaerte oder auch mal western Fastfood.
McD, BK und KFC sind hier zu 90% gleich, wie wir’s kennen. Aber das Angebot weicht doch ab und zu mal ab. Insgesamt ist es hier aber verdammt billig. Ein Menue, was in Deutschland 6-7 EUR kostet, kostet hier 2-3 EUR. Das liegt daran, dass die Preise einfach zu hoch waeren. Ausserdem moegen die Chinesen das westliche Essen nicht so sonderlich. Bei dem gleichen hohen Preis wuerden die Ketten auf Dauer pleite gehen, daher muessen sie sogar unter dem allgemeinen guenstigen Essenspreisen in HK bleiben.

Training Day Second Session


Diesmal war’s verdammt gut. Nachdem man sich an die Schmerzen gewoehnt hatte und wusste , was man zu erwarten hatte. Diesmal war das Boot auch personell komplett besetzt, sodass wir ein richtiges Training durchgefuehrt haben, ohne den ganzen Theorieteil vorab, was hiess  - abgesehen von kleineren Pausen - zwei Stunden komplett durchpaddeln. Da natuerlich ab 19 Uhr die Sonne untergegangen ist, war es Stockduster. Da das Meer nachts natuerlich schlecht beleuchtet ist, hab ich keine Ahnung wo wir ueberhaupt hingefahren sind. Ab und an haben wir ein anderes Drachenboot getroffen und ein kleines Rennen gemacht um ein bisschen Wettkampferfahrung zu sammeln. Aber gegen die richtigen Klubs, die schon mehrere Jahre regelmaessig trainieren, stand der Sieger natuerlich schon vorher fest. Alles in allem, haben wir um die 15-20 km zurueck gelegt. Was man danac h auch in jeder Faser seines Koerpers spuert. Aber man fuehlt sich danac wirklich unbeschreiblich gut, wenn man die Wochen zuvor den ganzen Tag nur im Buero sass. Danach gab’s erstmal ein ausgiebiges Essen beim Thailaender, sodass ich aber wieder erst halb Eins ins Bett kam… wenn ich laenger als acht  Wochen hier waere, wuerde mich der chronische Schlafmangel irgendwann umbringen…