Toms Reisebericht vom 8900km entfernten Hong Kong für seine Lieben Daheim.
Freitag, 2. September 2011
Bitte bleiben Sie dran. Die Berichterstattung wird in wenigen Tagen fortgesetzt... Please hold the line...
Das war jetzt ganz schoen viel auf einen Schlag, geb ich zu, aber ich werd' demnaechst zu nicht mehr allzu viel kommen, daher teilt es Euch ein ;-) Morgen frueh (schon wieder um sieben aufstehen!) gehts nach Jinan. Ich bin sehr froh, dass sich die Sekretaerin um alles gekuemmert hat bezueglich Visum, Fluege, Sportdress usw. Die Unterkunft stellt der Veranstalter. Mal sehen, wieviel Geld sie bereit waren auszugeben fuer uns. Mein Trainer meinte sogar, dass das Tourismusspektakel ins Staatsfernsehen uebertragen werden soll, deswegen sollen wir uns besonders viel Muehe geben. Wir versuchen auch jemanden zu organisieren, der das ggf aufzeichnet. Einen ausfuehrlichen Sonderbericht gibts dann fruhestens zum Wochenende, des 10. Sep, denke ich. Dann gibts auch die ersten exklusiven Interviews meiner Stargaeste Nici und Axel. Also bleibt gespannt und drueckt gefaelligst die Daumen fuer das Rennen!
Last but not least: Alkohol!
Wein ist sehr teuer und ist idR aus den Western Countries importiert, daher nichts gross drueber zu sagen. Das Bier ist okay. Versuche jedesmal was Anderes zu probieren, schmecken aber alle aehnlich. Kommen auch alle aus den selben Brauerein. Eine der Brauerein, hab ich mir sagen lassen, sei auch ein Tochterunternehmen von Becks. Insgesamt ist das Bier aber recht duenne und Koelschartig. Die Cocktails sind hier aber teilweise der Kracher! So exotische ungewoehnliche Kombinationen, echt der Wahnsinn, hab ich in Deutschland noch nicht gesehen. Beispielsweise hatte ich letztens einen mit Earlgrey Tea und Gin oderso (ich denke mir immer: den musst Du Dir merken, der ist der Wahnsinn und dann bin ich betrunken und vergess alles). Also hier ein Coktailkurs belegen, wurde echt Sinn machen, dann haette man in Deutschland mal was wirklich Neues und nicht immer nur die aufgewaermten Sachen, die man notgedrungen immer waehlt. Villeicht finde ich ja ein Buch, was sich zu kaufen lohnt?! Die Standart Drinks haben sie natuerlich auch, aber dazu braucht man nichts weiter gross sagen. Die Alkoholpreise sind recht gesalzen. Also ein Cocktail unter 10 EUR ist nahezu unmoeglich. Manchmal ist man dann auch echt erstaunt, wenn man als Gegenwert nur gefuehlte 10 cl bekommt. Aber durch die Hitze und die lange Arbeit, braucht auch recht wenig, um mit meinem Laecheln auf den Lippen nach Hause zu torkeln ;-)
German Food vs. Chinese Style
Gestern wurde ich gefragt, was ich denn mal gerne wieder essen wuerde. Ich nahm an, dass es eine Fangfrage sei also antwortete ich auf deutsch: Wiener Schnitzel mit Kartoffeln und Spargel. Nachdem dann gegoogelt wurde, was ich meinte, sind wir mal in ein anderes Restaurant gegangen, was auch deutsches Essen hatte. Mein Wunsch konnten sie natuerlich nicht erfuellen, aber in der Karte stand unter anderem in englisch ‘deutsche Wurst mit Kartoffelsalat’. Zu meiner Ueberraschung haben wir es auch alle geordert, weil die anderen neugierig waren, was man so in Deutschland isst und ich weil ich wissen wollte, was die chinesische Variante der Wurst mit Kartoffelsalat ist. Und wie soll’s auch anders sein, natuerlich hatte das bis auf die Wurst, kaum etwas mit deutschem Essen zu tun. Der kartoffelsalat war gemacht wie Gefluegelsalat nur anstelle des Gefluegels halt Kartoffeln. Sprich mit Mayo, Ananas, Mandarinen, Mais und Orangen. Dazu gab es Ausserdem auch diverses Obst. An der Stelle sei gesagt, dass der chinesische Senf auch nicht das wahre ist. Sehr scharf, schmeckt aber kaum nach Senf. Wenn’s nicht gelb waere, wuerde man spontan nicht drauf kommen. Ausserdem musste ich ihn extra ordern, da die Chinesen Wurst normalerweise mit irgendeinem weissen Dressing essen. Die Wurst war eine normale Bockwurst angebraten, die Andere schmeckte wie eine Nuernberger. Allerdings steckte in der einen Seite ein Huehnerknochen drin. Wo Deutsche und Chinesen zeitgleich ratlos waren. Aber an fuer sich hat es wieder sehr gut geschmeckt.
An meinem letzten Arbeitstag wollen wir in ein recht bekanntes und angesehenes deutsches Restaurant gehen. Ich hab die chinesen mittlerweile heiss auf ein paar Sachen gemacht, die sie unbedingt ausprobieren wollen. Da bin ich ja mal gespannt drauf.
Suesses oder Saures
Die Suessigkeiten in HK sind aber alle recht speziell und groesstenteils abartig. Also nahezu jedesmal, wenn ich was probiere, brauche ich danach fast ein Liter Wasser, damit ich nicht an einem Zuckerschock sterbe. Alles recht eklig und meistens weiss man nicht, was es sein soll. Dann ist es irgendeine Art von Bonbon. Ausserdem gibt es getrocknete Fruechte von nahezu allem, was man kennt. Das Wasser wird natuerlich durch Zugabe von Zucker entzogen und demzufolge, schmeckt es alles kaum noch nach Obst, sondern mehr nach Zucker mit etwas leichtem Geschmack. Also nicht vergleichbar mit dem getrockneten Obst, was es bei uns zu kaufen gibt.
(Das sind die einzelnen getrockneten Fruechte, die man dann nach Gramm abgewogen kaufen kann.)
Vorallem die getrocknetten Fischsachen, die man sich so als Snack nebenbei reinpfeift (die nebenbei echt unangenehm riechen – wenn jemand im Buero sone Tuete oeffnet, guck ich immer, ob der Muelleimer umgefallen ist, weils so abartig riecht). Ausserdem gibt es gezuckerte Kartoffelchips. Die Hundertjaehrigen Eier gibt es als Wachteleier in kleiner Snackversion. Da sind dann 20 Stueck eingeschweisst. Aber es gibt natuerlich auch das komplette westliche Sortiment, was die Chinesen selbst aber nicht kaufen und auch kaum kennen. Prinzipiell isst man hier kaum bis keine Schokolade.
Das Essen und die Esskultur
Wer mich gut genug kennt, wundert sich wahrschein, warum dazu nicht als Erstes etwas verfasst wurde. Aber ich musste erstmal diesbezueglich ausreichend Erfahrungen sammeln, um ein allgemeingueltiges Statement abzuliefern. Also das Essen in HK ist prinzipiell sehr gut! Jede Malzeit besteht natuerlich aus Reis oder Nudeln als Grundbaustein und aus irgendeiner Sorte Tier und etwas (aber zum Teil auch sehr wenig) Gemuese bzw Obst. Soweit erstmal nicht ungewoehnlich. Beim Fleisch hat man aber immer das Gefuehl es ist Resteessen Tag. Absolut jede Fleischbeilage enthaelt Knochen, weil die Chinesen einfach zu faul sind oder es nie gelernt haben, wie man Fleisch richtig filetiert. Daher hacken sie nach dem Grillen/ Frittieren/ Kochen einfach alles mit ihrem riesen Beil klein und fertig. Sodass man grundsaetzlich immer im Mund mit der Zunge anfaengt rumzupopeln, um das Fleisch vom Knochen zu trennen. Alles was anschliessend nicht in den Magen soll, wird einfach auf den Tisch gespuckt - nicht in eine Schale oder auf den Tellerrand. Wenn ich bedenke, wie sauer Mutti ist, wenn ich ein Spritzer von meinem Essen auf ihrer Tischedecke landet, halte ich es fuer lebensgefaehrlich diese Esskultur in Deutschland fortzufuehren ;-) Wiederum muss aber alles kleingehackt werden, da man es ja sonst nicht, mit den Staebchen essen kann. Man findet hier in den Restaurants zu 90% nur Staebchen. Die Touristandorte haben idR auch Messer und Gabel, ist aber eher selten. Mittlerweile esse ich sogar lieber mit Staebchen, weil man dann erstens die andere Hand frei hat. Zweitens hab ich festgestellt, laesst sich damit unglaublich schnell essen (eigentlich schon eher schlingen), wenn man etwas geuebt ist. Mittlerweile bin ich sogar schneller als viele Asiaten. Aber ich quatsche natuerlich auch nicht soviel rum beim Essen, wie die anderen. Was zum naechsten Punkt bringt. Die Asiaten essen alle mit offenen Mund. Absolut abartig! Dabei ist mir auch aufgefallen, dass sie auch nicht alle den besten Zahnarzt haben. Wenn man sich dann unterhaelt kann wirklich genau sehen, wie der Reis gerade eine symbiose mit dem Huhn im Mund eingeht. Was ich auch nervig finde, wenn man was nicht versteht und daher nachfragt, wird erstmal noch ein dicker Batzen in den Mund genommen und dann weitergeredet!
Die normalen Restaurants fuer den Durchschnittbuerger sind in etwa 20-30qm gross. Da ist die Kueche schon mit drin! Alles hinter einer fettigen Glasscheibe, sodass man sieht, was der Koch zaubert, aber die Klimaanklage im Essbereich sich nicht zu Tode ackert. Was mich etwas stoert, ist der Platzmangel beim Essen. Man quetsch sich foermlich an den Tisch und muss beim Knochen-auf-den-Tisch-Spucken genau zielen, um nicht den Teller des Nachbarn zu treffen. Daher auch lieber mit Staebchen essen, weils weniger platz einnimmt. Ein Essen kostet im Schnitt 3-5 EUR, da ist ein Getraenk auch immer schon drin. Bevor das Essen kommt, werden Teller und Staebchen ausgeteilt, sowie eine grosse Schuessel und eine Kanne heissen Tee oder Wasser. Traditionell reinigt man vorher damit sein Geschirr. Natuerlich ist das Geschirr prinzipiell sauber, aber in viele Laeden wuerde sich kein deutscher Gesundheitsbeamter ueberhaupt reintrauen (ich geb zu, ich war am Anfang auch sehr geschockt, aber man hat keine guenstige Alternative und man gewoehnt sich dran). Daher das traditionelle Reinigen mit kochendem Wasser/ Tee um Bakterien abzutoeten. Die Tradition ist so weitreichend und tief verankert, dass man das sogar in noblen Restaurants vorfindet, bei denen man sich ueber die Hygiene keine Sorgen machen braucht.
‘Oh das ist sehr gesund!’ das hoer ich hier staendig und die ersten Male dachte ich, die ticken nicht rund die Chinesen. Gemuese ist hier beim Essen idR Mangelware und wenn dann auch so gekocht und labrig, dass keinerlei Vitamine ueberlebt haben. Reis und Nudeln haben kaum ueberhaubt was nahrhaftes an sich und das Fleisch ist grundsaetzlich gegrillt oder frittiert! Also was bitte soll mit gesund gemeint sein? Mittlerweile aber habe ich herausgefunden, was der Hintergrund ist. Die Chinesen haben es mit Hygiene nicht so. Also muss alles so lange gekocht oder frittiert werden, bis keine Keime ueberlebt haben. In dem Augenblick ist es natuerlich im Gegensatz zu anderem Essen sehr gesund, weils einen nicht mehr krank macht. Etwas umgekehrte Logik, die aber durchaus Sinn macht, aber auf der Suche nach gesundem Essen, nach europaeischer Definition, nicht unbedingt befriedigt.
Ich habe auch schon viele asiatische Spezialitaeten ausprobiert. Diese werden als Dim Sum bezeichnet. Das ist kein einzelnes Gericht, sondern eine Auswahl weltweit ausgezeichneter chinesische Spezialitaeten. Die einzelnen Namen kann ich mir jedoch nicht merken. Alles in allem bin ich aber begeistert. Darunter sind echt tolle Sachen, wo ich jetzt schon weiss, dass ich sie sehr vermissen werde. Wer sich dafuehr interessiert hier ein link: http://unearthingasia.com/exotic-south-east/a-rough-guide-to-dim-sum/
Was ich nicht so toll finde, sind die Huenerfuesse und Schweinehufen. Schmecken tun diese hervorragend, aber da ist verhaeltnismaessig verdammt wenig dran und man muss mehr lutschen und das stresst mich. Ausserdem bestehen Huehnerfuesse aus einzelnen kleinen Gliedern, wenn man also die Haut abgelutscht hat, zerfallen diese und man hat soviel Kleinzeug an Knochen im Mund - unschoenes Gefuehl. Das hundertjaehrige Ei (Huehnerei, wird in irgendetwas eingelegt und wird daraufhin schwarz von innen und ist aber noch semiplastisch – ist aber keine hundert Jahre alt, sieht nur so aus) hab ich auch schon mehrmals gehabt. Das gilt ja immer als vorzeige Ekligkeit des asiatischen Raums, ist aber ehrlich gesagt auch verdammt gut. Dazu gibt es aber noch ein Pendent. Ebenfalls ein Huenerei, was aber gekocht und anschliessend in Essig eingelegt wird. Der Essig ist so aggressiv, dass er die Schale vom Ei aufloesst und das Ei leicht braeunlich faerbt. Das schmeckt auf jeden Fall richtig abartig sauer!
Scharfes Essen, worauf ich mich am Meisten gefreut hab, ist hier aber unueblich. Die scharfe chinesische Kueche ist mehr im noerdlichen Teil Chinas vertreten. Aber da bin ich ja gluecklicher Weise ab morgen. Wenn man hier scharf essen will, geht man idR zum Inder oder Thailaender.
Selber kochen ist hier uebrigens nicht drin. Das Wohnheim gaebe es zwar her. Aber erstens muesste ich mir hier erstmal ein wenig Geschirr und Toepfe zulegen, das ist fuer die Allgemeinheit nicht vorhanden. Zweitens habe ich aber keine Zeit um wirklich selbst zu kochen und will ja auch die chinesische Kueche ausreizen. Drittens kosten Lebensmittel im Supermarkt bedeutend mehr als Essengehen im Restaurant. Ein Liter Kuhmilch kostet ueber 2 EUR. Ein Joghurt mit 150ml kostet 1,50 EUR! Also alle Milchprodukte und vorallem die aus Kuhmilch kosten ein Vermoegen. Das liegt zum Einen daran, dass ein Grossteil der Chinesen eine Laktoseintolleranz hat. Zum anderen aber, dass Milch aufgrund des Platzmangels importiert werden muss. Nahezu alle Produkte ausser Seafood werden importiert und machen es daher im Einzelkauf sehr teuer. Daher lohnt es sich in Restaurants zu gehen, die werden warscheinlich Mengenrabatt bekommen und koennen daher die Malzeiten guenstig anbieten. Der Ottonormalchinese geht daher auch jeden Tag ins Restaurant. Obst jedoch recht guenstig.
Mein typischer Speiseplan
Morgens: Obst! Je nach Angebot Bananen, Kiwi, Aepfel, Drachenfrucht, Melone, Grapefruit, Birne und was interessant ist, die haben viele Mischfruechte. Aepfel, die wie Pfirische aussehen und auch so eine leichte Konsistenz haben. Aepfel, die halb Birne sind. Drachenfruechte in allen Farben und Variationen und so weiter und so fort. Lange Weile kommt da nicht auf. Zum Fruehstueck auch nochmal Reis zu mampfen hab ich ausserdem kein Bock drauf!
Mittag und Abendessen: das uebliche bereits Erklaerte oder auch mal western Fastfood.
McD, BK und KFC sind hier zu 90% gleich, wie wir’s kennen. Aber das Angebot weicht doch ab und zu mal ab. Insgesamt ist es hier aber verdammt billig. Ein Menue, was in Deutschland 6-7 EUR kostet, kostet hier 2-3 EUR. Das liegt daran, dass die Preise einfach zu hoch waeren. Ausserdem moegen die Chinesen das westliche Essen nicht so sonderlich. Bei dem gleichen hohen Preis wuerden die Ketten auf Dauer pleite gehen, daher muessen sie sogar unter dem allgemeinen guenstigen Essenspreisen in HK bleiben.
Training Day Second Session
Diesmal war’s verdammt gut. Nachdem man sich an die Schmerzen gewoehnt hatte und wusste , was man zu erwarten hatte. Diesmal war das Boot auch personell komplett besetzt, sodass wir ein richtiges Training durchgefuehrt haben, ohne den ganzen Theorieteil vorab, was hiess - abgesehen von kleineren Pausen - zwei Stunden komplett durchpaddeln. Da natuerlich ab 19 Uhr die Sonne untergegangen ist, war es Stockduster. Da das Meer nachts natuerlich schlecht beleuchtet ist, hab ich keine Ahnung wo wir ueberhaupt hingefahren sind. Ab und an haben wir ein anderes Drachenboot getroffen und ein kleines Rennen gemacht um ein bisschen Wettkampferfahrung zu sammeln. Aber gegen die richtigen Klubs, die schon mehrere Jahre regelmaessig trainieren, stand der Sieger natuerlich schon vorher fest. Alles in allem, haben wir um die 15-20 km zurueck gelegt. Was man danac h auch in jeder Faser seines Koerpers spuert. Aber man fuehlt sich danac wirklich unbeschreiblich gut, wenn man die Wochen zuvor den ganzen Tag nur im Buero sass. Danach gab’s erstmal ein ausgiebiges Essen beim Thailaender, sodass ich aber wieder erst halb Eins ins Bett kam… wenn ich laenger als acht Wochen hier waere, wuerde mich der chronische Schlafmangel irgendwann umbringen…
Training Day
Leider fand das Training nicht waehrend der Arbeitszeit statt, wie ich gehofft hatte, aber man kann eben nicht alles haben. Es war von 19 bis 21 Uhr in Sai Kung. Das ist natuerlich nicht um die Ecke, sodass wir gleich von Arbeit aus hin sind. Unser Trainer faehrt schon sein Leben lang Drachenboot und ist ein wahrer Meister. Er trainiert auch in seiner Freizeit professionelle Teams in HK, ist aber eigentlich Ingenieur von einer Konkurrenzfirma, daher kennen wir ihn auch. Er ist bestimmt schon 60 Jahre alt und hat mir, waehrend er mich netterweise heimgefahren hat, erzaehlt, dass er 1989 alle Hochstrassen in Kowloon geplant und gebaut hat. Man kann sich hier drehen und wenden, wie man will, man trifft nur auf herrausragende Persoenlichkeiten, das wirkt auf Dauer echt einschuechternd, aber auch inspirierend!
Da wir nicht genug Leute sind, um ein Boot komplett zu stellen, weil viele keine Zeit haben oder kein Visum bekamen, faehrt unser Trainer sowie einige seiner Kollegen in unserem Boot mit. Daher sind alle recht enthusiastisch, dass wir eine gute Chance zu gewinnen haben. Es gibt ein Preisgelder fuer die ersten Teams von 2000 EUR abwaerts, worueber man sich allerdings schon geeinigt hat, dass es versoffen und verfressen wird, falls wir einen Sieg erringen. Das ist meiner Ansicht nach aber sehr unwahrscheinlich, zumindest solange ich mitfahre ;-) Ich bin einer von zwei Newcomern und es ist verdammt anspruchsvoll. Nicht einfach nur Paddeln, wie ich anfangs dachte (wie wir’s auch in der Schule damals machten). Es gibt verschiedene Stufen und Geschwindigkeiten und Intensitaeten. Da man ueber die komplette Dauer volles Tempo und volle Kraft nicht durchhaelt. Demzufolge gibt es dann natuerlich auch verschiedene Taktiken, die man verfolgt. Von der Art und Weise des richtigen Paddelns mal ganz zu schweigen! Da mein letzter Sport rund 3 Monate zuerueck liegt und ich noch etwas angeschlagen bin durch die Medikamente (die uebrigens sehr gut wirken, ich aber, seitdem ich sie nehme, permanent schlafen moechte), sah ich am Dienstag verdammt alt aus. Unser Trainer ist lieb und nett, hat aber, wenn er das Boot betritt, mehr etwas von einem Drill-Sergeant. Also das letzte mal, hab ich mich so bei der Bundeswehr gefuehlt. Ein Tip an dieser Stelle an alle Damen: Bauch, Beine, Po trainiert man sehr effektiv beim DB Fahren! Entgegen meiner Annahme kommt, die Hauptkraft aus den Beinen und dem Po, weil die Muskeln fuer die ausreichende Stabilitaet des Koerpers im Boot sorgen, damit man ueberhaupt erst das Paddel kraftvoll bewegen kann. Seit Dienstag weiss ich es sehr zu schaetzen, dass mein Buerostuhl so gut gepolstert ist ;-)
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